Bitburger Magazin
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Der Trendsetter

Hublot-CEO Jean-Claude Biver

 

Bitburger ist seit 1992 Sponsor der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und somit Partner des Spitzensports. Fußball und Bitburger diese Verbindung ist über 16 Jahre zusammen gewachsen. Erstmalig ist nun auch ein Schweizer Luxusuhrenhersteller unter den Sponsoren der Europameisterschaft 2008. Verantwortlich für diesen Coup ist Jean-Claude Biver. Seit er vor vier Jahren als CEO bei Hublot einstieg, hat er mit dem Modell „Big Bang“ den Umsatz verzehnfacht. Jetzt sprechen alle über den 59-jährigen Trendsetter. Und er exklusiv mit dem Bitburger-Online-Magazin

 

 

Für Fußball hat sich bislang kein Luxusuhrenhersteller interessiert. Mit Hublot sind Sie - gegen den Trend - Vorreiter. Warum gerade Fußball?

Jean-Claude Biver: So ganz abwegig ist das nicht. Hublot ist ja bereits die Uhr der Schweizer Nationalmannschaft. Aber davon abgesehen: Ich sehe im Fußball ein einmaliges Kommunikationsinstrument. Eine Milliarde Menschen sitzen am Fernseher und verfolgen die Europameisterschaft 2008. Das ist enorm. Wir als Luxusuhrenhersteller sprechen natürlich zunächst die Dirigenten des Fußballs an, die Trainer und Präsidenten, die Spieler und Sponsoren. Da steckt auch im Fußball durchaus Luxus. Aber im Grunde interessiert Fußball alle, egal ob reich oder weniger reich, jung oder alt. Das Stadion ist wohl der einzige Ort, an dem alle Schichten der Gesellschaft versammelt sind. Das birgt viel Potenzial. Und wir wollen weiter wachsen.

 

 

Und warum steigen Sie als Sponsor ausgerechnet zur Europameisterschaft ein?

Jean-Claude Biver: Im Juni schaut die ganze Welt auf die Schweiz. Wie sähe es aus, wenn kein Schweizer Uhrenhaus offizieller Zeitnehmer wäre? Was wäre, wenn wir uns nicht engagierten? Vielleicht verlangt dann ein Sponsor, dass das Schweizer Team unsere Uhren nicht tragen darf... undenkbar! Außerdem: Nicht in den nächsten 100 Jahren, ach was sage ich, den nächsten 200 Jahren bekommt die Schweiz noch mal die Chance, so viele Sympathien für sich wecken zu können, wie es Deutschland vor zwei Jahren gelungen ist. Und diese Begeisterung wird sich auch auf die Produkte übertragen, die dabei wahrgenommen werden. So etwas geschieht nur einmal im Leben.

 

 

Wo werden wir als Zuschauer Hublot bei dem Turnier sehen?

Jean-Claude Biver: Vom Titel her sind wir der offizielle Uhrenmacher und Zeitnehmer der Europameisterschaft 2008. Hublot taucht jedes Mal namentlich auf, wenn ein Spieler ausgewechselt wird. Dazu erscheinen wir auf der Overtime-Anzeigetafel des Linienrichters. Auf den üblichen Werbebanden rund ums Spielfeld werden Sie Hublot allerdings nicht sehen. Denn da unterstützen wir eine Aktion, die uns sehr wichtig ist: Alle Werbebanden im Stadion haben wir der Kampagne „No To Racism“ überlassen. Ich habe Michel Platini gesagt, dass es das Größte wäre, wenn alle Sponsoren das gemeinsam täten. Für dieses Turnier war es aber leider zu spät - dann bin ich eben wieder der Erste.

 

 

Wird es eine Euro-Uhr von Hublot geben?

Jean-Claude Biver: Ja, zwei sogar. In Absprache mit den Schiedsrichtern haben wir eigens für die Europameisterschaft eine spezielle Big Bang angefertigt. Dieses Modell, exklusiv für die Referees, zeigt die Länge einer Halbzeit an. Dazu bringen wir auch eine Sonderedition der Big Bang heraus, die „Euro 08“. Sie kommt in einer limitierten Auflage von 2008 Stück in den Handel. Das Uhrgehäuse besteht zu 100 Prozent aus Keramik, das Armband aus Kautschuk. Auf der Rückseite ist der Cup, die Henry-Delaunay-Trophäe, eingraviert. Und auch auf ihr sind die 45 Minuten markiert und können genau gestoppt werden.

 

 

Mit Ihren kreativen Ideen haben Sie ein angeschlagenes Luxusuhrenhaus zur Weltspitze geführt. Reichen ein guter Name und Jean-Claude Biver als Zugmaschine?

Jean-Claude Biver: Sicher nicht. So einen Erfolg wie unseren als selbstverständlich zu erwarten, wäre crazy gewesen... (lacht und schüttelt den Kopf) ... unsere Konkurrenz sind große Konzerne, die ganz andere Möglichkeiten haben als wir. Dieser Erfolg hat viele Faktoren: Bei Hublot war ich zwar der Anschieber, aber dahinter steht bei uns ein ganzes Team. Dazu die Kundschaft, die Lieferanten und selbstverständlich Hilfe und Unterstützung. Vor allem aber das richtige Produkt und eine Botschaft. Man braucht einen Urknall, einen Big Bang.

...und ein Gespür für Trends?

Jean-Claude Biver: Richtig. Denn wenn Sie dieses Gespür, diesen Geruchssinn nicht haben, dann können Sie so sehr versuchen zu riechen, wie Sie wollen. Dann riechen Sie gar nichts.

 

 

 

 

 

Wenn Sie auf der Flucht wären: Welche Uhr würden Sie keinesfalls zurücklassen?

Jean-Claude Biver (zeigt ohne zu zögern auf seine All Black): Diese hier. Sie ist der letzte Ausdruck meiner Ideen. Meine letzte Etappe. Eine unsichtbare Uhr, schwarze Zeiger auf schwarzem Hintergrund. Eine unsichtbare Sichtbarkeit. So etwas hatte ich bislang nicht gewagt.

 

Wann stehen Sie morgens auf, Herr Biver, um ständig so auf der Höhe der Zeit zu sein?

Jean-Claude Biver (lacht): Wenn ich ins Büro komme, habe ich meine Arbeit schon erledigt. Mein Tag fängt zu Hause zwischen drei und vier Uhr morgens an, manchmal früher. Da arbeite ich schon alles ab. Im Büro kann ich mich dann um meine Mitarbeiter kümmern oder habe etwa Zeit, Ihnen ein Interview zu geben.

 

 

Zur Person

Jean-Claude Biver (* 20. September 1949 in Luxemburg) ist studierter Ökonom und Topmanager der Schweizer Uhrenindustrie. Nach seinen Stationen bei Omega und Audemars Piguet übernimmt Biver zusammen mit Jacques Piguet 1982 das nur noch dem Namen nach existierende Schweizer Uhrenhaus Blancpain und lässt hier mechanische Uhren herstellen. Diese Unternehmung gilt gemeinhin als aussichtslos, führt aber zur Renaissance der mechanischen Uhr. Zehn Jahre später verkauft Biver Blancpain an die Swatch Group, steht dem Uhrenhaus aber noch bis 2002 als leitender Direktor vor. 2004 übernimmt Biver auf Anfrage von MDM Hublot-Chef Carlo Crocco die Führung der angeschlagenen Uhrenmarke und sorgt seither in der Uhrenwelt mit seinem neuen Produkt, der „Big Bang“, für Furore.

 
 

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