Bitburger Magazin
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Ausgabelast04/2008next

Erwünschter Tiefpunkt
Klaus Neumann steht vor der Bitburger Brauerei Nord und deutet auf die Inschrift an einem reich verzierten Brunnen: „Beda bibebat aquam cerevisiam ante Simonis“, steht dort – was auf Deutsch so viel heißt wie: „Bitburg trank Wasser, bevor Simon braute.“ Das stimmt zwar, ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn das Wasser ist noch wesentlich älter als die Stadt. Tatsächlich stammt das Bitburger Brauwasser aus einer Zeit, in der Mammuts durch unberührte Natur marschierten und Eiszeitgletscher einen großen Teil Europas bedeckten. Untersuchungen ergaben, dass das Wasser in den Tiefen der „Bitburger Mulde“ rund 13.000 Jahre alt ist. Ist so altes Wasser nicht ein wenig „abgestanden“? „Im Gegenteil“, sagt Brauwasser-Fachmann Neumann lachend, „Man muss sich die Bitburger Mulde geologisch wie eine Schüssel mit mehreren Deckeln vorstellen. Die darüberliegenden Schichten sind stark zerklüftet und verschoben. Niederschläge können gut versickern und werden tausendfach in den Gesteinsschichten umgeleitet und gefiltert. Über Jahrtausende fließt so das Wasser zum tiefsten Punkt der Mulde. Da tonige Gesteinsschichten die darunterliegenden Sandsteinschichten abschirmen, bleibt das Wasser so trotz seines Alters frisch und unbelastet.“

 
 

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