40 Tage ohne ….

Eine kleine Geschichte des Fastens und was Bier damit zu tun hat.

Bikinifigur, wo bleibst du nur? Auch wenn die zahlreichen Plätzchen aus der Adventszeit und die Kalorien des weihnachtlichen Festschmauses langsam aber sicher von den Hüften verschwinden sollten, ist der weit verbreitete Brauch des Fastens doch mehr als nur ein bewährtes Mittel zum Abnehmen.

So ist es nicht nur der körperliche Verzicht auf bestimmte Lebensmittel, sondern fordert auch den Geist heraus, bewusst Fleisch, Alkohol oder Süßes vom Speiseplan zu streichen – mit mehr oder weniger hoher Erfolgsquote, wie ein Blick in die Geschichte zeigt. Doch auch für alle saisonal orientierten Einkäufer haben wir gute Nachrichten: Die Wochen vor Ostern sind nicht nur aus religiöser, sondern auch aus rationaler Sicht der optimale Zeitpunkt, um zu fasten. Die Obst- und Gemüselager der Vorsaison sind langsam leer gefuttert, die übrig gebliebenen Kartoffeln ähneln in ihrer Optik eher vertrockneten Rosinen und der Speck der letzten Vorweihnachtsschlachtung ist aufgebraucht. Na gut, die Wenigsten halten noch selbst Schweine zuhause, sondern bevorzugen den Griff ins Kühlregal, doch Fasten, also der bewusste Verzicht auf ansonsten gern und viel konsumierte Lebensmittel, hat auch in der heutigen Zeit noch seine Daseinsberechtigung. Doch zunächst werfen wir einen Blick zurück in die Geschichte.
 

Die Fastenzeit als Vorbereitung auf Ostern

Geschichtlich betrachtet, bezeichnet die Fastenzeit die österliche Bußzeit, die unmittelbar nach Karneval am Aschermittwoch beginnt und am Gründonnerstag endet. Da die Sonntage in dieser Zeit nicht als Fastentage gewertet werden, dauert die Fastenzeit insgesamt 40 Tage. Auch wenn es im frühen Christentum deutlich mehr Fastenzeiten gab: die Zeit vor Ostern sollte besonders intensiv dafür genutzt werden, an das Leiden Christi zu erinnern und sich geistlich auf die Ostertage vorzubereiten.

Die Zahl 40 ist dabei nicht willkürlich gewählt, sondern orientiert sich am ebenso langen Fasten Jesu in der Wüste. Die 40 kommt als Symbolzahl in der Bibel häufiger vor: 40 Tage nach der Auferstehung Jesu wird Christi Himmelfahrt gefeiert und die Israeliten wanderten sogar ganze 40 Jahre durch die Wüste. Da klingt der 40-tägige Verzicht auf einmal wieder ganz erträglich, oder?


Fasten im Mittelalter – Bier gegen den Hunger


Besonders im Mittelalter war Fasten eine wahre Askese – schließlich erlaubten die Kirchenregeln in dieser Zeit nur eine Mahlzeit am Tag, vorzugsweise am Abend. Dabei war der Verzehr von Fleisch, Milchprodukten, Alkohol und Eiern verboten. Hieraus resultiert übrigens auch der Brauch, in der Karnevalszeit Backwaren mit eben diesen Zutaten zuzubereiten, um die Vorräte an Eiern & Co. rechtzeitig aufzubrauchen.

Die Fastenzeit ist also auch der Grund, warum wir uns heute an den Karnevalstagen liebend gerne die Finger nach einem Berliner, Krapfen, Mäuschen oder einer Nautze lecken. Erst 1486 wurden diese strengen Fastenregeln gelockert und der Verzehr von sogenannten Laktizinien, also Milchprodukten wie Butter, erlaubt – allerdings nur gegen Abgabe des „Butterpfennigs“, mit dem gegen Gebühr Dispens erteilt, der Verzehr also kirchenseitig legitimiert wurde.

Doch wo es Regeln gibt, gibt es auch Ausnahmen. So galt zum Beispiel: „Liquida non frangunt ieunum“, das ist Latein und bedeutet übersetzt „Flüssiges bricht das Fasten nicht“. Entsprechend war der Konsum von selbstgebrautem Starkbier besonders in den mittelalterlichen Klöstern ganz normal und sogar erlaubt. Schließlich lieferte das reichhaltige Bier die notwendige Energie für die schweren Arbeiten, die die Mönche verrichten mussten. Tee oder Wasser kamen aus hygienischen Gründen nicht in Frage. Die Mönche durften somit bis zu fünfmal am Tag ganz legitim ihren Bierkrug füllen.


Fisch ist erlaubt. Fischähnliche Tiere auch


Aufgrund der hohen Restriktionen kam es, wie es kommen musste. Getreu dem Motto „Regeln sind da, um sie zu brechen“ wurden einige Fastende bei der Auswahl ihrer Gerichte besonders einfallsreich. So wurden Würste aus Fisch so raffiniert gewürzt, dass sie beinahe wie klassische Würste aus Schweinefleisch schmeckten, oder gleich die Definition des Begriffs „Fisch“ sehr weit ausgelegt. Nicht selten kamen so auch Enten oder Biber auf die Teller, da sie als im oder auf dem Wasser lebende Tiere ja quasi einem Fisch gleichzusetzen waren.

Ebenso raffiniert dachten auch die Erfinder der Maultasche, Mönche im schwäbischen Kloster Maulbronn, als sie während des Dreißigjährigen Krieges – woher auch immer – ein großes Stück Fleisch erhielten und dieses klein geschnitten mit Spinat und anderen Zutaten in den bekannten Teigtaschen versteckten. Seitdem hat sich im Schwäbischen auch der Begriff „Herrgotts B’scheißerle“ für das fleischhaltige Gericht etabliert. 

Auch wenn die strengen Fastenregeln des Mittelalters schon lange keine Anwendung mehr finden, so geht der Trend seit einigen Jahren erneut zum Fasten. Ganz bewusst verzichten viele – ob gläubig oder nicht – eine Zeit lang ganz bewusst auf bestimmte Lebensmittel – besonders beliebt dabei: Süßigkeiten und Alkohol.

Es ist die Möglichkeit, den Blick nach innen zu richten, den Körper zu reinigen und im Verzicht neue Kraft und Disziplin zu erlangen – und ganz nebenbei vielleicht noch den letzten Weihnachtspfunden den Kampf anzusagen. Ob Entschlacken, Heilfasten, Intervallfasten oder Detox – Fasten ist so beliebt wie nie zuvor!

Und wer während der Fastenzeit 40 Tage lang auf Alkohol verzichten möchte, ist mit einem erfrischenden Bitburger 0,0% immer bestens beraten. So gut kann Verzicht schmecken…

1 Kommentar

25.04.2019, 09:55 Uhr 1zqjmy'"(){}<x>:/1zqjmy;9

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