Hopfen - das grüne Gold des Brauhandwerks

Sabine Jacobs

03.12.2019 · 5 Min. Lesezeit

Hopfen und Malz, Gott erhalt‘s – so weit, so klar. Denn dass die grünen Dolden mit ihren natürlichen Aroma- und Bitterstoffen unerlässlich für den feinherben Geschmack des Bieres sind, ist weitaus bekannt. Auch, dass es weltweit nur wenige Gegenden gibt, in denen bester Hopfen gedeihen kann, unter anderem in Holsthum bei Bitburg im Naturpark Südeifel. Doch warum lassen sich eigentlich nur die weiblichen Hopfendolden verwenden und stimmt es, dass die Hopfenpflanzen mehrere Meter in die Höhe wachsen? Wir haben die wichtigsten Fakten rund um unser grünes Gold, den Hopfen, zusammengefasst.

Hopfen – eine Pflanze voller Besonderheiten

Die Pflanzengattung Hopfen zählt zur Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae). Es handelt sich dabei um eine tief wurzelnde, einjährige Kletterpflanze, die in den Sommermonaten bis zu acht Meter in die Höhe wächst und sich dabei im Uhrzeigersinn um dünne Drähte windet. Dazu befinden sich an den Stängeln und Blattstielen zahlreiche Kletterhaare, die sogenannten Klimmhaken, die für den notwendigen Halt in luftigen Höhen sorgen. Während die groben Stängel sechsrippig bis geflügelt sind, zeichnen sich die gestielten Laubblätter durch ihre gezackte Ausprägung aus. Die Blütezeit des Hopfens ist von Juli bis September – den Blütenstand bezeichnet man als Dolden.

Das Verbreitungsgebiet des Hopfens

Hopfen ist nicht gleich Hopfen. Man unterscheidet grundlegend zwischen drei verschiedenen Arten: dem Echten Hopfen (Humulus Iupulus), dem Japanischen Hopfen (Humulus scandens) und dem Yunnan-Hopfen (Humulus yuannensis). Es ist jedoch ausschließlich der Echte Hopfen, der zum Bierbrauen genutzt werden kann. Beheimatet ist die Pflanze auf der Nordhalbkugel, denn sie bevorzugt feuchte Böden und kommt in wilder Form beispielsweise an Waldrändern, in Auwäldern oder an Flussufern vor. Besonders in Deutschland, Nordamerika, Tschechien und auch in China wird Hopfen gezielt und großflächig angebaut.

Zudem ist die Hopfenpflanze zweihäusig, das heißt, weibliche und männliche Blüten finden sich auf voneinander getrennten Pflanzen. Der männliche Blütenstand zeichnet sich dabei durch hängende Rispen aus, während der weibliche Blütenstand an gelb-grün geschuppten Zapfen zu erkennen ist. Lediglich die weiblichen Pflanzen bilden die Dolden, welche die charakteristischen Bitterstoffe enthalten.

Bitterstoffe für die unverwechselbare Geschmacksnote

Mit seinen Bitterstoffen und ätherischen Ölen verleiht der Hopfen dem Bier seinen unverwechselbaren Geschmack. Je nach Biersorte kommen dabei unterschiedlich große Hopfenmengen pro Sud zum Einsatz. Neben frischem Hopfen (Grünhopfen) und getrocknetem Hopfen kommen heutzutage auch Hopfenpellets und Hopfenextrakt zum Einsatz. Diese bieten den großen Vorteil, dass sie sich ohne Einbußen der Qualität lagern lassen. Zudem kann durch die Veredelung des Hopfens das Gewicht reduziert und so der Transport- und Lageraufwand reduziert werden – ganz im Sinne der Nachhaltigkeit. Doch wo liegt der Unterschied zwischen Hopfenpellets und Hopfenextrakt? Pellets bestehen aus reinen Hopfendolden, die ohne Zugabe weiterer Inhaltsstoffe gereinigt, zerkleinert und gepresst werden. So kann der Hopfen licht- sowie luftdicht gelagert werden und bleibt länger haltbar. Zur Herstellung von Hopfenextrakt werden die zerkleinerten Hopfendolden hingegen mit Ethanol (Trinkalkohol) ausgewaschen, der anschließend verdampft und wiederverwendet wird. Übrig bleibt der grüne Hopfenextrakt, der in seiner Konsistenz an Honig erinnert. Bei dieser Form der Hopfenveredelung bleiben die wertgebenden Inhaltstoffe wie ätherische Öle und Alphasäure in natürlicher Form erhalten. Luftdicht verpackt ist der Hopfenextrakt so bis zur nächsten Ernte ohne Qualitätseinbußen verwendbar.

Der Bitburger Siegelhopfen

Zu den wenigen deutschen Anbaugebieten gehört neben der Hallertau in Bayern auch Holsthum bei Bitburg im Naturpark Südeifel. Hier sorgt Hopfenbauer Andreas Dick, wie auch schon sein Vater vor ihm, dafür, dass die weiblichen Hopfendolden ideale Wachstumsbedingungen erhalten. Ende August herrscht Hochbetrieb auf dem Hopfenhof, denn dann beginnt die Erntezeit. Zu diesem Zeitpunkt sind die weiblichen Hopfendolden innen in ein sattes Gelb getaucht und haben die optimale Reife erreicht. Das Klima und der Boden in Holsthum bieten dem Hopfen beste Wachstumsbedingungen und ermöglichen es, dass wir einen Teil unseres Hopfenbedarfs quasi gleich vor der Haustür beziehen können. Vor der Verwendung müssen jedoch die Hopfendolden beider Anbaugebiete eine strenge Qualitätskontrolle durchlaufen, bevor Sie zum Brauen verwendet werden dürfen. Denn es ist die besondere Komposition aus Hallertauer und Bitburger Siegelhopfen, unserer Naturhefe und unserem Tiefenwasser, die unserem Bitburger Premium Pils seinen feinherben Charakter und seinen einzigartigen Geschmack verleiht.

Noch nicht genug vom Hopfen? Mit unserer Webcam, die live aus dem Hopfengarten sendet, können Sie alle wichtigen Arbeitsschritte verfolgen, die notwendig sind, bis das grüne Gold im Spätsommer geerntet werden kann: 24 Stunden am Tag – 7 Tage die Woche – 365 Tage live aus dem Hopfengarten!

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  • Franz-Werner Wiechert
    Hallo zusammen,
    ich bin seit zwei Jahrzehnten begeisteter Bitburger Pilsener Verköster.
    Nun bin ich darauf aufmerksam gemacht worden, dass Sie auch neben Hopfen auch Hopfen-Extrakt verwenden. So steht es zumindest auf Ihren Flaschen-Etiketten. Warum machen Sie das. Extrakt ist doch minderwertiger als Hopfen. Nur der Preis kann doch kein Grund sein. Ich bin etwas irritiert, da ich dachte, dass Qualität für Sie an erster Stelle steht.
    Mit freundlichen
    F.-W. Wiechert

    Antworten
    • Benedikt von Bitburger
      Hallo Franz-Werner,

      gerade die wertgebende Substanzklasse der Bitterstoffe im Hopfen ist sehr sauerstoff- und lichtanfällig. Um die Qualität des Hopfens lange Zeit auf hohem Niveau stabil zu halten, wird der Rohhopfen direkt nach der Ernte zu sogenannten Pellets oder zu Extrakt verarbeitet. Nur dann lässt sich der Hopfen lichtdicht und unter Sauerstoffausschluss lagern, sodass durch die Lagerung kein Qualitätsverlust entsteht. Es handelt sich entgegen der landläufigen Meinung wegen des größeren Aufwands keinesfalls um ein „Billigprodukt“.

      Weitere Informationen hierzu findest du in unseren Bitburger FAQs unter https://www.bitburger.de/faq.

      Viele Grüße aus Bitburg
      Benedikt

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