Ole Plogstedt im Gespräch

Sabine Jacobs

10.12.2020 · 6 Min. Lesezeit

Von kreativen neuen Formaten und alten Erinnerungen

2020 ist für uns alle kein leichtes Jahr. Gastronomen mussten schließen, Geschäfte durften über Wochen hinweg ihre Türen nicht öffnen, jeder von uns spürte es in seinem Alltag. Wir haben den Gourmet-Profi und Koch Ole Plogstedt zum Interview getroffen und mit ihm über die Zeit des Lockdowns gesprochen, aber auch darüber, welche Chance und neuen Ideen diese besondere Zeit mit sich gebracht hat. Und da es nur noch wenige Tage bis Weihnachten sind, haben wir mit dem bekannten Fernsehkoch ebenso in schönen Kindheitserinnerungen geschwelgt und erfahren, was Weihnachten bei ihm auf der Festtafel serviert wird.

 

2020 – ein Jahr wie kein anderes

Wir schreiben das Jahr 2020. Genauer gesagt: März 2020. Die Corona-Pandemie legt das öffentliche Leben nicht nur in Deutschland lahm. „In dem Moment, in dem Großveranstaltungen verboten wurden, waren wir gerade mit der Band AnnenMayKantereit unterwegs. Die Show in der Schweiz wurde als erste abgesagt, in Deutschland ging die Tour dann noch kurz weiter. Und nach und nach sind dann alle Shows abgesagt worden. Mit den Drei ??? haben wir versucht, noch einen Tourstart hinzulegen, aber daraus wurde auch nichts“, resümiert der aus dem Fernsehen bekannte Koch. „So kamen dann Mitte März zwei Tour-Equipments voll mit Lebensmitteln und dem ganzen Kram zurück. Die haben wir dann gleich im Lager verräumt und die frischen Lebensmittel habe ich zur Tafel gebracht.“ Nichts geht mehr. Auch wenn zunächst die Hoffnung auf neue Tourstarts im Sommer groß war, wird allen Beteiligten schon bald klar: So schnell werden keine großen Veranstaltungen mehr stattfinden können.

 

Kochen für den guten Zweck – KULINARISCH SOLIDARISCH

Doch trotz Stillstand lässt sich Ole nicht unterbekommen und beginnt, die Ruhe, die er sonst in der Selbstständigkeit nicht hat, zu genießen. In dieser Zeit entstehen auch viele neue kreative Ideen wie die YouTube-Show „KULINARISCH SOLIDARISCH“, bei der Ole gemeinsam mit einem befreundetem Kameramann und wechselnden Gästen kocht. Gewidmet werden die Gerichte, die in den Folgen gekocht werden, jedes Mal einer anderen NGO oder gemeinnützigen Organisation, z. B. Hinz & Kunzt, einem Straßenmagazin von Obdachlosen, oder United4Rescue, einer Organisation, die in einem großen Bündnis die Seenotrettung unterstützt. „Es ist toll, dass wir so etwas nun auch einmal probieren können. Wir hatten im Herbst sogar zwei Live-Shows im Freien und überlegen, vielleicht im nächsten Jahr, wenn es die Umstände zulassen, mit der Show auf Tour zu gehen. Damit das so auch stattfinden kann, rate ich: Tragt einfach die Maske und verhaltet euch solidarisch.“ Dabei rät der der Koch-Profi auch, den Blick über den eigenen Tellerrand zu wagen und auf andere zu lenken. „Es sind wie immer die Ärmsten der Armen, die am meisten unter der Pandemie leiden. Daher finde ich es irgendwie nicht richtig, hier rumzujammern, während anderen durch Covid-19 der Hungertod droht.“

 

Kindheitserinnerungen an die Weihnachtszeit

Sich solidarisch mit seinen Mitmenschen zeigen – ein Ratschlag, der insbesondere in der Weihnachtszeit wieder mehr denn je an Bedeutung gewinnt. Doch wie hat der junge Ole eigentlich die Feiertage in Erinnerung? „Wenn ich an Weihnachten als Kind denke, denke ich an Lego spielen. Ich habe für mein Leben gerne mit Lego gespielt und gebaut. Zu Weihnachten gab es auch immer Lego und dann habe ich drei Tage unterm Tannenbaum gesessen und habe alles aufgebaut.“ Und auch kulinarisch hat Ole eine ganz besondere Kindheitserinnerung: „Bei uns gab es immer ganz klassisch die Weihnachtsgans mit Rotkohl und Kartoffelklößen. Manchmal hat meine Mutter auch Karpfen Polnisch gemacht, aber das haben wir Kinder nie so gerne gegessen, daher gab es irgendwann immer nur noch Gans an Weihnachten.“

 

„Ich steh dann den ganzen Tag am Herd und koche“

Auch wenn Ole selbst gar nicht so weihnachtsverrückt ist, so ist es doch auch im Hause Plogstedt eine Zeit, in der die engste Familie zusammenkommt. „Weihnachten ist gar nicht so mein Fall. Wir haben auch schon seit Jahren keinen Weihnachtsbaum mehr. Den letzten, den wir hatten, habe ich verkehrt herum an der Decke aufgehängt J.  Aber wir schätzen trotzdem diese Zeit und verbringen mit den Kindern einen schönen Tag. Bei uns kommt klassischerweise immer eine Ente auf den Tisch mit meiner „Sauce Imperiale“, wie wir meine braune Bratensauce nennen J. Dann steh ich auch den ganzen Tag in der Küche, setze schön mit Knochen und allem Drum und Dran eine Jus an – nach allen Regeln der Kunst und Portwein und so. Die ist am Ende dann so lecker, dass die jedes Jahr gefordert wird.“ Eine echte Tradition!

 

Wir wünschen Ole und all unseren Lesern an dieser Stelle ebenfalls eine besinnliche Weihnachtszeit im engsten Familienkreis und einen guten Start ins neue Jahr!

Appetit bekommen?

In unserem nächsten Blog-Artikel zaubert Ole Plogstedt ein vegetarisches Weihnachtsmenü.

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