200 Jahre Bitburger

200 Geschichten 

Von der einstigen Landbrauerei zu einer der bedeutendsten Privatbrauereien Deutschlands - Kommen Sie mit auf eine außergewöhnliche Zeitreise und erfahren Sie mehr über die Meilensteine aus 200 Jahren Brauereigeschichte. Ob wichtige Persönlichkeiten, Ereignisse, Entwicklungen oder Entscheidungen: Unsere Online-Chronik, die wöchentlich um neue Beiträge ergänzt wird, gewährt Ihnen einen ganz persönlichen Einblick in unser Familienunternehmen – und hält bis zum Ende des Jubiläumsjahrs 200 Geschichten für Sie bereit.

01.01.2007 Starke Marken im Verbund

Seit Anfang 2007 agieren die fünf Traditionsmarken Bitburger, König Pilsener, Köstritzer, Wernesgrüner und Licher vereint unter dem Dach der Bitburger Braugruppe GmbH. Gemeinsam stehen die Marken für hunderte Jahre Brauhandwerk, Qualität, Tradition und Wissen. Stets orientiert an den Wünschen der Verbraucher, hat sich die Braugruppe als Verbund starker Marken zu einer der führenden Getränkegruppen Deutschlands entwickelt und setzt erfolgreich fort, was Johann Peter Wallenborn 1817 begann.

2006 Jan Niewodniczanski wird Geschäftsführer Technik und Umwelt

Seit 2006 führt Jan Niewodniczanski, Diplom-Ingenieur für Brauwesen und Getränketechnologie, als Nachfolger von Dr. Axel Th. Simon das Ressort Technik und Umwelt der Bitburger Braugruppe. Jan und Matthäus Niewodniczanski repräsentieren heute die siebte Familiengeneration im Unternehmen.

2000 Matthäus Niewodniczanski wird Geschäftsführer der Bitburger Holding

Ab 1995 wurde Rudolf M. Habel von Matthäus Niewodniczanski, ältester Sohn von Dr. Thomas Niewodniczanski, unterstützt. Der Diplom-Kaufmann leitet seit 2000 als Geschäftsführer die Bitburger Holding.

23.04.1998 Konzeptfabrik – die Bitburger Ideenschmiede

Die Bitburger Brauerei ist ihren Gastronomen nicht nur ein zuverlässiger Geschäfts-, sondern auch ein kompetenter Servicepartner, der sie mit neuen Ideen und Konzepten rund um die aktuellen gastronomischen Fragestellungen unterstützt. Am 23. April 1998 – dem Tag des Deutschen Bieres – eröffnete die Konzeptfabrik, die Gastronomen seither mit umfassendem Know-how, kreativen Denkanstößen und praktischer Unterstützung zur Seite steht. Dabei gibt die Ideenschmiede den Gastronomen auf Wunsch auch systemorientierte Konzepte an die Hand, die aktuellen Branchentrends Rechnung tragen.

1992 Rudolf M. Habel übernimmt Vorsitz der Geschäftsführung

1994 übernahm Rudolf M. Habel, Schwager von Dr. Axel Th. Simon und niedergelassener Rechtsanwalt, den Vorsitz der Geschäftsführung. Er kümmerte sich vor allem um die Weiterentwicklung der Gruppenstruktur.

20.01.1979 Dr. Hanns Simon wird Ehrenbürger der Stadt Bitburg

Dr. Hanns Simon (1908-1989) widmete sich mit besonderer Hingabe der kulturellen Förderung in seiner Heimatstadt. Er war 1948 Mitbegründer der Kulturgemeinschaft Bitburg und gründete 1968 eine kulturelle Stiftung - die Dr.-Hanns-Simon-Stiftung. Das 1976 durch die Stiftung errichtete Haus Beda bildet seither den kulturellen Mittelpunkt in Bitburg und der Südeifel. Am 20. Januar 1979 wurden Dr. Hanns Simon die Ehrenbürgerrechte der Stadt Bitburg verliehen.

15.04.1978 Ein neues Sudhaus für die Braustätte Süd

Mit anhaltend steigender Nachfrage stieß die Braustätte in Bitburg-Nord an ihre Kapazitätsgrenzen. Eine neue Braustätte wurde geplant. Den Anfang machte eine neue Flaschenbierabfüllung, die 1974 ihren Betrieb aufnahm. Vier Jahre später, am 15. April 1978, wurde mit den Ausschachtungsarbeiten für das neue Sudhaus begonnen. Im November 1980 fand schließlich die offizielle Einweihung statt.

1976 Die sechste Familiengeneration übernimmt

Bereits 1971 verstarb Bert Simon. 1974 zog sich Hanns aus der aktiven Tätigkeit in den Beirat der Brauerei zurück, sein Bruder Theobald folgte ein Jahr später. Er starb 1978 im Alter von 72 Jahren. Dr. Hanns Simon stand der Brauerei bis zu seinem Tod 1989 noch fast 15 Jahre als Berater zur Seite. 1975 ging die Unternehmensführung an die sechste Familiengeneration über. Dr. Michael Dietzsch, verheiratet mit Dr. Hanns Simons Tochter Christa, übernahm den Geschäftsbereich Marketing und Vertrieb, Dr. Axel Th. Simon, Sohn von Bert Simon, führte das Ressort Technik und Umwelt und Dr. Dr. h.c. Thomas Niewodniczanski – seit 1960 verheiratet mit Marie-Luise, Tochter von Dr. Theobald Simon – verantwortete das Ressort Personal und Finanzen. Am neuen Standort in Süd errichtete das Trio eine der modernsten Braustätten Deutschlands. Gleichzeitig gelang es ihnen, den Vertrieb bundesweit auszubauen und Bitburger als Fassbiermarke Nummer eins zu etablieren.

01.03.1976 Letzte Fahrt des Pferdefuhrwerks

Am 1. März 1976 unternahm das letzte verbliebene Pferdefuhrwerk seine letzte Fahrt und die beiden Pferde Pierre und Max gingen in den wohlverdienten Ruhestand.

02.02.1976 Inbetriebnahme der zweiten Abfüllstraße in Süd

Nachdem im Jahr 1974 die Flaschenbierabfüllung in der neuen Braustätte in Bitburg-Süd erstmals ihren Betrieb aufnahm, lief am 2. Februar 1978 bereits die zweite Abfüllstraße an. In Bitburg-Nord wurde von nun an nur noch Fassbier abgefüllt.

15.01.1968 Richtfest des Tanksilo-Hochhauses

In den Jahren 1966 bis 1969 errichtete die Brauerei zur Lagerung des Bieres ein elfstöckiges Tanksilo für 124 liegende Metalltanks à 760 Hektoliter. Am 15. Januar 1968 konnte Richtfest gefeiert werden. 1969 wurden schließlich der zweite und dritte Block des Tanksilo-Hochhauses fertiggestellt. Das Gebäude hatte damit von der Kellersohle bis zur Aussichtsplattform eine Höhe von 64,4 Metern.

Mai 1951 Grundsteinlegung für „Clara-Simon-Gartensiedlung“

Im Mai 1951 fand die feierliche Grundsteinlegung für die vom Bitburger Architekten Bert Emmerich entworfene „Clara-Simon-Gartensiedlung“ statt. Die Siedlung, die auf einem Grundstück aus dem Privatbesitz von Clara Simon, der Frau von Bertrand Simon, entstand, bot langjährigen Mitarbeitern der Brauerei die Möglichkeit, kostengünstig ein Eigenheim zu erwerben. Da durch den Krieg und Straßenverbreiterungen viele Bäume in Bitburg zerstört wurden, verfügte die 1957 eingeweihte Siedlung über besonders großzügig angelegte Gärten.

1951 „Bitte ein Bit“

1951 präsentierte Bitburger auf der bedeutendsten Fachmesse der Ernährungswirtschaft, der ANUGA in Köln, „Bitte ein Bit“ als Werbeslogan. Rasch wurde er zum Kernelement der Bitburger Werbeaktivitäten. Das Besondere: Dr. Theobald Simon lieferte die Vorlage für den charakteristischen Schriftzug. Noch heute trägt der Spruch die wesentlichen Züge seiner Handschrift. Seine Signatur ist seither das Erkennungszeichen für einen ausgezeichneten Ruf durch einzigartigen Geschmack.

1945-1946 Brüder treiben Wiederaufbau der Brauerei nach Kriegsende voran

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs trieben die drei Brüder Dr. Theo, Dr. Hanns und Bert Simon den Wiederaufbau der fast vollständig zerstörten Brauerei erfolgreich voran. Es gelang ihnen, die im Krieg unterbrochenen Vertriebswege wiederaufzubauen und bundesweit zu expandieren.

1938 Absatzmarke überschreitet 100.000 Hektoliter

Ab Mitte der 1930er Jahre verzeichnete die Bitburger Brauerei eine enorme Nachfrage nach Bitburger Pils, sodass der Betrieb 1938 an seine Kapazitätsgrenze stieß. Die Absatzmarke überschritt erstmals 100.000 Hektoliter.

1937 Goldmedaille für das Bitburger Pils

Auf der Weltausstellung in Paris erhielt die Bitburger Brauerei eine Goldmedaille für ihr Bitburger Pils.

29.03.1936 Anmeldung als Markenzeichen für „Bitte noch ein Bit“

Die Entwicklung des bekannten Werbeslogans „Bitte ein Bit“ nahm bereits Mitte der 1930er Jahre ihren Anfang. Am 29. März 1936 wurde der Spruch „Bitte noch ein Bit“ als Markenzeichen angemeldet und erstmals in einer Anzeigenserie eingesetzt.

1935 Fünfte Generation übernimmt die Leitung der Brauerei

Mit Dr. Theobald Simon, Dr. Hanns Simon und Bert Simon, den drei Söhnen von Bertrand Simon, übernahm schließlich die fünfte Generation die Leitung des Familienunternehmens. Theobald und Hanns traten 1935 als Teilhaber in die Brauerei ein. 1941 wurde Bert ebenfalls Teilhaber.

25.02.1931 Bitburger und die Bavaria-Brauerei

1905 heiratete Bertrand Simon die Tochter des Besitzers der Bavaria-Brauerei, Anna Clara Zangerle. Nach dem Tod ihres Bruders bildeten seine Erben und Bitburger 1931 eine Interessengemeinschaft, Bitburger übernahm Braustätte und Kundschaft. Nachdem die Bavaria-Brauerei Weihnachten 1944 vollständig zerstört wurde, erwarb Bitburger die Grundstücke und errichtete dort unter anderem die Gaststätte „Zangerles Eck“.

1930 „Pokal Bitburg“ erstmals gefertigt

1900 führte das Unternehmen die ersten Biergläser ein, die nur wenige Jahre später mit einem eigenen Marken-Emblem – dem Bitburger Stadtwappen – versehen wurden. Die Gläser wurden immer beliebter und die Nachfrage stieg kontinuierlich an. Daher ließ Bitburger 1930 den „Pokal Bitburg“ fertigen, der unter der Bezeichnung „Gaston-Pokal“ bekannt wurde.

1929 Der Bitburger "Kenner"

Bitburger warb seit 1929 mit einer neuen, symbolträchtigen Figur für das beliebte Pilsener: Der damals sogenannte "Genießer", entwickelt vom Grafiker G. H. Heimig, betrat die Werbebühne und zierte von nun an Postkarten, Emailleschilder, Werbeanzeigen sowie Flaschenetiketten. Er wurde schnell fester Bestandteil des Bitburger Markenauftritts und ist als heutiger „Kenner“ Garant für höchste Qualität.

1928 Simon-Späner für bessere Qualität

Um den Klärungsprozess und damit auch die Qualität des Bieres zu verbessern, entwickelte Bertrand Simon 1928 den sogenannten Simon-Späner, für den er ein Deutsches Reichspatent erhielt. Beim neuen Verfahren wurde das reifende Bier mithilfe von „Metallspänen“ geklärt. Diese adsorbierten wegen ihrer größeren Oberfläche mehr Trübstoffe als die bisher verwendeten Haselnuss- oder Buchenholzspäne und verbesserten dadurch den Klärungsprozess. Zudem ließen sie sich wesentlich einfacher steril halten. Neben der Verwendung in der eigenen Brauerei wurde der Simon-Späner auch erfolgreich ins In- und Ausland verkauft, bis die Herstellung mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wegen Materialmangels eingestellt werden musste.

1927 Einstellung des ersten Reisevertreters

Nach dem Zweiten Weltkrieg belieferte die Brauerei vor allem Gaststätten im Nahbereich, aber auch im Kölner Raum und dem Ruhrgebiet. Hier war Bitburger bereits zuvor traditionell stark vertreten, schließlich führte eine der ersten Zugverbindungen der Region von Köln nach Trier und darüber hinaus ins Ruhrgebiet. Da das Bier zunehmend auch in weiter entfernte Gebiete transportiert wurde, war es wichtig, den persönlichen Kundenkontakt nicht zu verlieren. 1927 stellte die Brauerei deshalb den ersten Reisevertreter ein, der die Gastwirte regelmäßig besuchte.

1925 Einrichtung eines Pensionsfonds

Gegenseitige Fürsorge ist im Familienunternehmen Bitburger seit jeher eine Selbstverständlichkeit: Wer bei Bitburger beschäftigt ist, gehört im weiteren Sinne zur Familie. Deshalb spielt die soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern bis heute eine zentrale Rolle. Bereits im Jahr 1925 stifteten Josef und Bertrand Simon als Grundstock für einen Pensionsfonds und zum Andenken an ihren Vater Theobald 20.000 Reichsmark. Langjährige Brauereimitarbeiter sollten so durch Pensionszahlungen im Ruhestand abgesichert sein, außerdem wurden Beihilfen bei Unfällen und Krankheiten gewährt. Damit war das Fundament für eine freiwillige betriebliche Altersvorsorge gelegt, die in veränderter Form bis heute besteht.

1924 Stiftung von Amalie Simon

Aus Dankbarkeit, dass ihre beiden Söhne Josef und Bertrand gesund aus dem Krieg heimkehrten, stiftete Amalie Simon für die Gedächtniskapelle in der Bitburger Liebfrauenkirche die gemalten Fenster.

1924 Josef und Bertrand werden alleinige Inhaber

Nach Theobalds Tod 1924 wurden Josef und Bertrand Simon alleinige Inhaber der Firma.

Ende Februar 1923 Inflation und Simonrubel

Rückzahlungen von Kriegsanleihen, Reparationszahlungen an die Siegermächte sowie die Besetzung des wirtschaftlich bedeutenden Ruhrgebiets stürzten Deutschland in eine schwere Wirtschaftskrise. Da vom unbesetzten Gebiet Deutschlands kein Geld mehr in die besetzten Gebiete geliefert wurde, gaben manche Kreise eigenes „Notgeld“ aus – so auch der Kreis Bitburg. Das hier ausgegebene Notgeld trug die Unterschrift von Josef Simon, der die Vertretung für den abgesetzten Landrat übernommen hatte, und wurde „Simonrubel“ genannt.

11.05.1922 Theobald Simon wird Ehrenbürger

Mit unternehmerischem Weitblick und innovativen Ideen führte Theobald Simon die einst kleine Landbrauerei zum Erfolg und machte sie zu einem hochmodernen und weit über die Grenzen Bitburgs hinaus bekannten Unternehmen. Doch nicht nur der Brauerei, auch seiner Heimatstadt und hier insbesondere den Armen und Hilfsbedürftigen galt sein Engagement. Am 11. Mai 1922 wurden Theobald Simon die Ehrenbürgerrechte der Stadt Bitburg verliehen.

1921 Überschreitung der Vorkriegsproduktion

1921 wurde erstmals die Vorkriegsgproduktion überschritten.

1919 Dünnbier-Jahre

Im September 1919 stellte die Brauerei erstmals wieder Pilsener her, wenn auch zunächst nur mit sechs Prozent Extraktgehalt. Erst zwei Jahre später konnte es wieder in seiner vollen Stärke gebraut werden. Nach und nach gelang es in der Folgezeit, den eigenen Fuhrpark wiederaufzubauen und den Vertrieb aufzunehmen.

1919 Bitburger in Köln

Bereits 1919 wurde eine Vertretung für den Kölner Raum gegründet, die sich frühzeitig als ein wichtiges Verteilerzentrum etablierte und heute als Trinkkontor Bitburger Bier GmbH firmiert. Aus der Vertretung entstand 1937 zunächst die „Bitburger-Bier-Gesellschaft“ und im Jahr darauf eine neue Bitburger Niederlassung mit Anschluss an das Schienennetz. Das Fassbier konnte nun per Bahn direkt nach Köln transportiert werden.

1919 Neues System zur Fasskontrolle

Theobald Simons Söhne Josef und Bertrand Simon, die die Geschäfte ihres Vaters weiterführten, wurden bereits 1907 zu Teilhabern der Brauerei. Auch sie interessierten sich für technische Neuerungen und arbeiteten selbst an innovativen Ideen und Verbesserungen. 1919 führte Josef ein „Fasskartenkontrollsystem“ ein, um den Rücklauf der ausgelieferten Fässer sicherzustellen. Die handwerklich gefertigten Holzfässer wiesen individuelle Volumen auf. Daher beinhalteten die Karteikarten die spezifische Fassnummer und den eichamtlich festgestellten Inhalt. Mit Stempelaufdruck wurde vermerkt, wann und an wen das Fass ausgeliefert und wieder zurückgekommen war.

1918 Anschaffung einer Limonadenanlage

1918 war der Mangel an benötigten Rohstoffen so groß, dass nur noch Ersatzbier hergestellt werden konnte. Erschwerend kamen kriegsbedingte Kupferabgaben hinzu. Da die Bierherstellung mittlerweile unmöglich geworden war, nahm die Brauerei kurz vor Kriegsende eine Anlage zur Limonaden-Herstellung in Betrieb. Von der Brause-Limonade mit Zitronen- und Himbeer-Geschmack konnten bereits im ersten Jahr 206.000 Flaschen verkauft werden.

1917 100-jähriges Jubiläum der Brauerei

1917 wurde die Brauerei fast unbemerkt 100 Jahre alt. Da der Erste Weltkrieg wütete, war an eine Feier nicht zu denken.

1915/16 Ressourcenknappheit

Der zunehmende Rohstoffmangel und die Wirren des Kriegs stellten das Unternehmen vor immer größere Herausforderungen und auch der Mangel an Bierfässern machte die Lage nicht einfacher: Durch die widrigen Umstände schickten die Kunden die Fässer nicht mehr zurück, zudem gingen regelmäßig Lieferungen an das Heer. 1916 versendete die Brauerei deshalb ein Rundschreiben an ihre Kunden, in dem darauf verwiesen wurde, dass zukünftig nur dann geliefert werden könne, wenn die gleiche Anzahl von Fässern, Flaschen und Kisten auch zurückgegeben werde. Bereits Anfang des Jahrs wurden die Bierlieferungen kontingentiert – im Durchschnitt erhielten die Kunden nur noch 75 Prozent der sonst üblichen Bezüge.

16.02.1914 Erster Lastwagen für den Biertransport

Am 16. Februar 1914 kaufte die Bitburger Brauerei ihren ersten Lastwagen für den Biertransport. Der Vier-Tonnen Saurer legte mit 30 PS und Vollgummibereifung den Grundstein für den motorisierten Fuhrpark, der nach und nach weiter ausgebaut wurde. Lieferungen an die Niederlassung Trier oder die Vertretungen in Blankenheim und Saarbrücken erfolgten nun mit brauereieigenen Lastwagen, größere Distanzen wurden per Schiene zurückgelegt.

1913 Pilsener Urteil

Die in Pilsen ansässigen Brauereien sahen sich veranlasst, gerichtlich dagegen vorzugehen, dass ein ortsfremdes Unternehmen wie Bitburger sein Bier unter der Bezeichnung „Pilsener“ vertrieb. 1911 gab das Landgericht Trier den Klägern in erster Instanz Recht, und auch das königliche Oberlandesgericht Köln bestätigte das Urteil im Jahr darauf. 1913 hob das Reichsgericht in Leipzig den Beschluss aber auf: Die Bitburger Brauerei durfte ihr Produkt weiterhin „Simonbräu-Deutsch-Pilsener“ nennen. Damit endete nicht nur ein zweijähriger Rechtsstreit: Bitburger bereitete den Weg, dass aus der Herkunftsbezeichnung die Sortenbezeichnung "Pilsener" wurde.

1913 Hefe für ein unverwechselbares Aroma

1913 züchtete die Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin (VLB) erstmals einen speziellen Naturhefestamm für das Bitburger Pils. Auch heute noch verwendet die Brauerei Naturhefe aus eigener Reinzucht. Sie wird ausschließlich von Bitburger genutzt und verleiht dem Bitburger Premium Pils sein unverwechselbares Aroma.

1911 Erstes Kino der Stadt

1911 finanzierte die Brauerei das erste Kino der Stadt im Saalbau Simonbräu. Denn zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Wunsch groß geworden, die fortschreitende Kinotechnik mit eigenen Augen zu sehen.

1910 Eröffnung der Bahnstrecke Erdorf-Bitburg

1910 wurde endlich die lang ersehnte Bahnstrecke Erdorf – Bitburg eröffnet. Für den Fernverkehr schaffte die Brauerei einen ersten Bierwaggon an, bereits ein Jahr später folgte für 4.660 Reichsmark ein weiterer. Den strategisch wichtigen Schienenstrang nutzte die Brauerei als Zugangstor zu neuen Absatzgebieten im Köln/Aachener-Raum.

08.02.1909 „Original-Simonbräu-Deutsch-Pilsener“

Am 8. Februar 1909 stellte Bitburger den ersten Sud „Original-Simonbräu-Deutsch-Pilsener“ her. Im Rahmen einer von der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin (VLB) durchgeführten Vergleichsanalyse von „Original-Simonbräu-Deutsch-Pilsener“ und „Original-Pilsener“ aus Böhmen konnte das Pilsener aus der Eifel auf ganzer Linie überzeugen. So stimmten die beiden Biere nicht nur fast vollständig überein – in puncto Haltbarkeit lag das Pilsener aus Bitburg sogar vorne. Anlässlich der Neueinführung startete Theobald Simon die erste groß angelegte Werbekampagne der Brauerei - und legte somit den Grundstein für einen einheitlichen Markenauftritt.

1909 Erster eigener Tiefbrunnen

1909 wurde auf dem Brauereigelände der erste Tiefbrunnen in Betrieb genommen, der Wasser aus 100 Meter Tiefe förderte. Seither wird das Bitburger Brauwasser aus den tiefen Gesteinsschichten der Trias-Mulde gewonnen. Sie erstreckt sich auf einer Fläche von 750 Quadratkilometern zwischen den Flüssen Nims und Kyll in der Eifel. Die Trias-Mulde ist eine geologische Struktur aus verschiedenen Gesteinsschichten. Diese unterschiedlichen Gesteine führen die einsickernden Niederschläge Schicht für Schicht in die Tiefe. Bis alle Schichten durchlaufen sind, vergehen über 10.000 Jahre. Das Tiefenwasser stammt aus einer Zeit, in der an Umweltverschmutzung noch nicht zu denken war. Seine natürliche Reinheit macht es so besonders und unverwechselbar.

1909 Erste große Werbekampagne

Nachdem die Brauerei im Februar den ersten Sud „Original-Simonbräu-Deutsch-Pilsener“ braute, startete sie anschließend ihre erste großangelegte Werbekampagne. Hier liegen die Anfänge für einen einheitlichen Markenauftritt. Gläser, Krüge, Zeitungsanzeigen und Bierdeckel zeigten durchgängig das Brauerei-Emblem, das Bitburger Stadtwappen, versehen mit dem neuen Schriftzug „Bitburger-Simonbräu-Pilsener“. Einige Zeit später wurden die ersten Flaschen mit Etiketten versehen.

1907 Söhne Theobalds werden Teilhaber

Theobalds Söhne Josef und Bertrand Simon wurden 1907 zu Teilhabern der Brauerei.

1906 Umstellung auf Dampfkochung

Im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts standen die Zeichen weiterhin auf Wachstum. So auch im Sudhaus: Die bis dahin übliche direkte Feuerkochung wurde 1906 durch die indirekte Dampfkochung ersetzt.

1896 Modernisierung der Energieanlagen

1896 errichtete die Brauerei ein neues Kesselhaus. Es lag an der Nordostseite des Maschinenhauses und wurde mit einem neuen Zweiflammrohrdampfkessel ausgestattet.

1896 Der Rosenstrauß im Stangeneis

Dank des technischen Fortschritts entwickelten sich auch die Möglichkeiten zur Kühlung weiter. 1896 schaffte die Brauerei eine zweite Dampfmaschine an, um den steigenden Energiebedarf zu decken. Diese machte auch die Einführung und den Betrieb der ersten Ammoniak-Kältemaschinenanlage möglich. Sie kühlte sämtliche Keller – im Sommer wie im Winter – indem sie eine minus zehn Grad kalte Salzsohle durch Kühlrohre pumpte. So konnten alle Gär- und Lagerkeller konstant auf dem gewünschten niedrigen Temperaturniveau gehalten werden. Die neuen Anlagen waren für die Brauerei wichtig und zugleich zukunftsweisend. Planung und Bau machten Theobald Simon letztlich aber so nervös und reizbar, dass er es nicht mehr in Bitburg aushielt. Er wollte sich eine kleine Auszeit nehmen und brach zu einem Erholungsaufenthalt auf. Doch gerade als er startete, kam der neue Maschinenmeister Behl angelaufen. Er überreichte Theobald Simon die erste selbst erzeugte Stange Eis, in die zum Zeichen des Erfolgs ein Rosenstrauß eingefroren war – ganz zur Freude des Brauereibesitzers.

1893 Bitburger Bier auf der Weltausstellung

1893 fand in Chicago die Weltausstellung statt, die als internationale technische und kunsthandwerkliche Leistungsschau galt. Bitburger Bier war in diesem Jahr erstmals auf einer Weltausstellung vertreten.

1891 Jahresausstoß steigt auf 10.000 Hektoliter

Der Jahresausstoß der Brauerei stieg auf 10.000 Hektoliter.

18.03.1890 Erster Sud aus der neuen Dampfbrauerei

Anfang 1890 stellte Theobald Simon seine neue Dampfbrauerei fertig. Im Maschinenhaus wurde eine 30 PS-Dampfmaschine installiert, mit der alle Maschinen und Pumpen angetrieben wurden. Am 18. März konnte hier der erste Sud gebraut werden.

1890 Erste Produktion Helles und Dunkles Simonbräu

1890 produzierte die Brauerei im neuen Sudhaus erstmals die Sorten Helles und Dunkles Simonbräu.

1890 Noch mehr Kundennähe

1890 gründete Theobald Simon die erste brauereieigene Niederlassung. Hier wurde nicht nur das Fassbier an die Kunden verkauft, sondern auch das Flaschenbier abgefüllt und vertrieben.

1887 Erstes Münchener Bock

1887 wurden zwei Sude Münchener Bock gebraut.

1887 Kauf der ersten Bierfilteranlage

1887 kaufte Theobald Simon die erste Bierfilteranlage und erweiterte 1888 erneut die Lagerkapazität.

1883-84 Eiskatastrophe durch milden Winter

Problematisch wurde es im Winter 1883/84. Damals konnte aufgrund der sehr milden Temperaturen zunächst nur wenig, später gar kein Eis mehr eingefahren werden. Die Eisbeschaffung wurde für Bitburger zur Überlebensfrage. Ersatz musste teuer zugekauft und mit der Bahn nach Bitburg gebracht werden. Für 1.444 Mark wurde der Eiskeller gefüllt – eine hohe Investition, die sich aber lohnen sollte: Theobald Simon war der einzige Brauer im Regierungsbezirk Trier, der auch im Sommer über ausreichend Eis verfügte und damit sein Bier in gewohnt bester Qualität verkaufen konnte. Dem ohnehin sehr guten Ruf der Brauerei war dies sehr förderlich.

1883 Erste Zeitungsanzeige bewirbt Bitburger Bier

Dass ein hochwertiges Produkt eine professionelle Vermarktung benötigt, hatte Theobald Simon bereits im 19. Jahrhundert erkannt und gezielte Werbemaßnahmen eingeleitet. So erschien bereits 1883 die erste Zeitungsanzeige, die Bitburger Doppelbier bewarb. Das war der Beginn einer Markenführung, die von jeder Familiengeneration erfolgreich weiterentwickelt wurde.

1883 Silber für Bitburger Bier

Bei einer Ausstellung des landwirtschaftlichen Vereins in Bonn gewann Theobald Simon die höchste Auszeichnung für Bier, die silberne Medaille.

15.01.1883 Erster Sud nach Pilsener Art

Während Johann Peter Wallenborn 1817 noch obergäriges Bier braute, entschied sich sein Enkel Theobald Simon 1879, zum untergärigen Brauverfahren zu wechseln, um so neue attraktive Biersorten anbieten zu können. Am 15. Januar 1883 braute Theobald den ersten Sud nach Pilsener Art.

15.04.1880 Inbetriebnahme eines neuen, größeren Braukessels

Da der Bierabsatz kontinuierlich stieg, investierte Bitburger in einen neuen Braukessel. Am 15. April 1880 wurde er in Betrieb genommen. Je Sud konnten nun 21 Hektoliter Bayerisch Lager und 16 Hektoliter Wiener Lager hergestellt werden.

1880 Flaschenbier eröffnet neue Vertriebswege

1880 wurde das Bitburger Bier erstmals in Flaschen abgefüllt: Die mit einem Korken verschlossenen Flaschen eröffneten der Brauerei neue Vertriebswege. Für 15 Pfennig die Flasche Bayerisch Lager und 20 Pfennig die Flasche Wiener Lager konnte nun jeder sein Bier in die eigenen vier Wände mitnehmen. Im Vergleich zum Fassbier-Vertrieb, den Bitburger selbst übernahm, wurden Abfüllung und Distribution des Flaschenbieres an externe Partner abgegeben. So entstanden im Umland zahlreiche selbstständige Vertretungen – die späteren Bierverleger und heutigen Getränkefachgroßhändler.

1879 Neu, innovativ und eisgekühlt – Bau der Kunstkellerei

Nur drei Jahre nachdem Theobald Simon die Leitung der Brauerei übernahm, ließ er 1879 eine innovative, mit Natureis gekühlte „Kunstkellerei“ errichten. Denn er hatte sich dazu entschieden, untergäriges Bier zu brauen. Diese Brauart machte jedoch eine ganzjährige Kühlung notwendig. Um für die Kunstkellerei fortlaufend das so wichtige Eis liefern zu können, mussten die Brauer im Winter so viel „Natureis“ wie möglich „ernten“. brauen. Diese Brauart machte jedoch eine ganzjährige Kühlung notwendig. Um für die Kunstkellerei fortlaufend das so wichtige Eis liefern zu können, mussten die Brauer im Winter so viel „Natureis“ wie möglich „ernten“.

1877 Jahresausstoß übersteigt 1.000 Hektoliter

1877 betrug der Jahresausstoß der Brauerei erstmals mehr als 1.000 Hektoliter. 14 Jahre später – im Jahr 1891 – hatte sich der Ausstoß bereits verzehnfacht

1876 Versand mit Pferdefuhrwerken startet

Damit die Kunden ihr Bier nicht mehr mit Pferd und Wagen in der Brauerei abholen mussten, startete Theobald Simon 1876 sein Versandgeschäft und ließ das Fassbier mit eigenen Pferdefuhrwerken bei den Gasthäusern der Umgebung anliefern.

1876 Theobald Simon errichtet moderne Brauerei

Ludwig Bertrands Sohn Theobald entwickelte erste Ideen zum Ausbau der Brauerei und führte das Familienunternehmen ab 1876 als Alleininhaber. Er modernisierte den Betrieb und investierte gezielt in neue Technologien. So errichtete Theobald Simon 1879 eine „Kunstkellerei“ und weitete das Versandgeschäft mit dem Ziel aus, sein Bier über die Stadtgrenzen hinaus bekannt zu machen. Anfang 1879 heiratete er Amalie Servatius, die vier Kinder zur Welt brachte.

1871 Das Bier geht auf die Schiene

Neue Verkehrswege bedeuten wirtschaftliche Entwicklung und Fortschritt. Daher war die Eröffnung der Eisenbahnstrecke zwischen Trier und Köln im Jahr 1871 für die Brauerei von großer Wichtigkeit. Per Schiene reiste das Bier aus Bitburg fortan ins Rheinland. Doch die rund sechs Kilometer bis zum Bahnhof Erdorf mussten auch weiterhin mit Pferdefuhrwerken zurückgelegt werden. Erst 1910 wurde die lang ersehnte Bahnstrecke Erdorf-Bitburg eröffnet.

1842 Ludwig Bertrand Simon übernimmt

Nach dem Tod von Johann Peter Wallenborn im Jahr 1839 übernahm zunächst seine Witwe Anna Katharina die Hausbrauerei, ehe die gemeinsame Tochter Elisabeth im Jahr 1842 Ludwig Bertrand Simon heiratete, der die Brauerei von nun an führte. Ludwig Bertrand Simon kümmerte sich um die Geschäfte und gründete im Stammhaus den Brauerei-Ausschank „Zum Simonbräu“ – bis heute eine der ersten Adressen in Bitburg.

1839 Anna Katharina Wallenborn übernimmt die Brauerei

Nach dem Tod Wallenborns 1839 übernahm seine Witwe Anna Katharina die Hausbrauerei.

1817 Einzigartiger Geschmack seit 200 Jahren

200 Jahre einzigartiger Geschmack – 200 Jahre besondere Ereignisse und Entwicklungen. Was 1817 mit der von Johann Peter Wallenborn errichteten Landbrauerei begann, hat sich im Laufe der Jahrzehnte zu einer der bedeutendsten Privatbrauereien in Deutschland entwickelt – der Bitburger Brauerei.

Dabei sind es drei Dinge, die den Erfolg unseres Familienunternehmens seit jeher maßgeblich prägen: die kompromisslose Verpflichtung zu höchster Qualität, der Mut zu stetigem Wandel und eine ausgeprägte Innovationskraft. Kommen Sie mit auf eine außergewöhnliche Zeitreise und erfahren Sie mehr aus 200 Jahren Brauereigeschichte.

Ein einzigartiges Geschmackserlebnis als Hommage an die Gründung der Bitburger Privatbrauerei Th. Simon vor genau 200 Jahren: unser Bitburger 1817 Jubiläumsbier. Erfahren Sie mehr über unseren unfiltrierten und naturbelassenen Jubilar.

Unsere Jubiläumsveranstaltungen

13. Mai 2017

13. Mai – 17. September:

„Bier in Werbung und Kunst“, Ausstellung in der Galerie im Haus Beda, Bitburg
10. Juni 2017

10. Juni:

479. IBV-Tauschtreffen für Sammler von Brauereiartikeln in der Bitburger Stadthalle
09. Juli 2017

9. Juli:

Jubiläums-Frühschoppen im Rahmen des Europäischen Folklore-Festivals mit Freibier aus dem Bitburger Bierbrunnen
17. September 2017

17. September:

Großes Jubiläumsfest für die ganze Region auf dem Brauereigelände in Bitburg-Süd
21. Oktober 2017

21. Oktober:

Der Bitburger Brauerei-Chor lädt ein: Konzertabend mit Brauerei-Chören aus ganz Deutschland in der Bitburger Stadthalle
Willkommen in der Welt von Bitburger

Als Deutschlands Fassbiermarke Nr. 1 tragen wir Verantwortung und setzen uns für einen gewissenhaften Umgang mit alkoholischen Getränken ein. Die Website Bitburger.de enthält Informationen über Alkohol. Deshalb bitten wir Sie, folgende Frage zu beantworten:

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