Nach allen Regeln der Braukunst

Schroten, Maischen, Läutern, Kochen, Klären und Kühlen: Fünf Prozessschritte braucht es, um Bier zu brauen. In unserer Brauerei sorgen erfahrene Brauer und Braumeister dafür, dass jeder einzelne dieser Schritte mit größter Sorgfalt durchgeführt und überwacht wird. Für ein Produkt, das den Namen Premium Pils am Ende auch wirklich verdient hat.

Schroten – das Malz bestimmt den Charakter

Alles beginnt im Sudhaus: Hier wird das Malz angeliefert, das zuvor in den Mälzereien, mit denen die Bitburger Brauerei zusammenarbeitet, aus Gerste gewonnen worden ist. Das Malz wird in verschiedenen Feinheitsgraden geschrotet und so der innere Körper des Korns freigelegt, um an die wertvollen Inhaltsstoffe zu gelangen. Gemahlen wird es nicht, dann wäre es zu feinkörnig: Die Spelze, das Hüllblatt des Getreidekorns, soll erhalten werden, denn beim späteren Läutern leistet sie als natürliche Filterschicht wertvolle Dienste.

Welchen Typus ein Bier hat, wird vom Malz entscheidend geprägt. Denn es bestimmt die Farbe, den Geschmack und den Charakter des Produkts.  

Die Maische entsteht

Das Malzschrot wird mit Wasser im Maischbottich schrittweise erhitzt. Die natürlichen Enzyme in den Malzkörnern wandeln die wasserunlösliche Stärke des Getreides in löslichen Malzzucker um. Stunden später, nach Zugabe der Hefe, wird dieser durch die Gärung in Alkohol und Kohlendioxid umgewandelt. Je nach Malzbeschaffenheit sind die einzelnen Temperaturstufen, die Rasten, unterschiedlich hoch. Damit werden saisonale Eigenschaftsschwankungen der eingesetzten Rohstoffe ausbalanciert, was die dauerhafte Qualität des Bieres ausmacht. Ein Teil der Maische wird in der sogenannten Maischpfanne erhitzt, um so Aroma, Farbe und Süße fein abzustimmen.

Geläutert in der Pfanne

Im nächsten Schritt gelangt die Maische in den Läuterbottich. Hier helfen die Spelzen dabei, die flüssige Würze vom festen Treber zu trennen. Die festen Bestandteile sinken nach unten und sammeln sich auf einem Sieb, dem sogenannten Senkboden, wo sie eine natürliche Filterschicht bilden. Durch diese Filterschicht läuft die Würze nun klar ab. Beim anschließenden „Anschwänzen“ wird erneut heißes Wasser auf den Treber gegeben, um so alle wertvollen Inhaltsstoffe auszuwaschen und den Restzucker zu entnehmen. Die Würze wird nun in die Würzpfanne gepumpt, hochgekocht und dabei sterilisiert. Unedle Aromastoffe dampfen aus. Währenddessen wird der Hopfen hinzugegeben, denn seine feinen Bitterstoffe werden erst beim Kochen aktiviert.

Jährlich werden 70.000 Tonnen

Treber als Viehfutter zweitverwertet.

Klären und Kühlen

Zum Abschluss darf die Flüssigkeit in den „Whirlpool“ der Brauerei: Beim Kochen gebildete Trubstoffe lagern sich hier durch die schnelle Drehung in der Mitte des Gefäßes zu einem Kegel zusammen und die blanke Würze kann anschließend seitlich abgezogen werden.

Gärung – Auftritt für die Diva

Im Würzekühler wird die heiße Würze heruntergekühlt. Im Gärtank folgt anschließend der große Auftritt der „kleinen Diva“, wie wir unsere selbstgezüchtete Hefe liebevoll nennen. Sie wandelt den in der Würze gelösten Malzzucker in Alkohol und Kohlensäure um. Der Gärungsprozess dauert etwa sieben Tage, die Reifung, mit Kaltlagerung, etwa ebenso lang. Schneller ginge es bei höheren Temperaturen, doch darauf verzichten wir in unserer Brauerei ganz bewusst. Wir lassen unserer Hefe lieber Zeit, damit sie ihre Arbeit tun kann. Echter Premium-Anspruch verpflichtet eben.

Kaltlagerung – viel Ruhe für das Bier

Nach der Gärung und der Reifung erfolgt die Lagerung. Jetzt kehrt für das Bier Ruhe ein. Die Bitburger Brauerei besitzt gleich vier Lagerkeller, in denen 168 Tanks mit je 3.700 Hektolitern Füllvolumen bereitstehen. Für ein optimales Ergebnis sorgt das Zwei-Tank-Verfahren: Zuerst erfolgen 14 Tage Gärung und Reifung im ersten, dann weitere 14 Tage Lagerung im zweiten Tank. Ausreichend Zeit für das Bier, um sich zu setzen und zu stabilisieren.

Filtration macht schön

Bevor das Bier fertig zum Abfüllen ist, wird es noch einmal filtriert und stabilisiert. Zunächst gelangt das Unfiltrat in die Kerzenfilter, in denen mit Hilfe von Kieselgur letzte Hefebestandteile und Trubstoffe zurückgehalten werden. Oben an der Kerzenspitze verlässt es als Filtrat den Metallzylinder. Statt das Bier durch Erhitzen zu pasteurisieren, setzen wir in unserer Brauerei einen Schichtenfilter ein: Das Bier wird langsam durch Schichten aus Zellulose gedrückt, bis es vollends rein ist.

Bereit für die Abfüllung

Nach der Prüfung der einzelnen Gebinde auf Reinheit und Unversehrtheit erfolgt die Abfüllung des Bieres in Fässer oder Flaschen. Jetzt ist es bereit für die Logistik. Hier werden täglich an zehn Verladespuren rund 160 LKWs ent- und beladen. Dabei dauert jeder Ladevorgang nur etwa 35 Minuten. So verlassen täglich rund 1.600.000 Liter Bitburger unsere Brauerei. Pro Jahr sind das rund 700 Millionen Flaschen und über zwei Millionen Fässer.